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Zu wenig Fruchtwasser

Fruchtwasser schützt das ungeborene Baby im Mutterleib nicht nur vor Austrocknung, sondern auch vor Stößen von außen. Daneben reguliert das Fruchtwasser die Temperatur in der Fruchtblase und unterstützt die Entwicklung der Lunge. Ärzt*innen können über eine Fruchtwasseranalyse Aussagen zur Entwicklung und möglichen Erkrankungen treffen. Doch was, wenn zu wenig Fruchtwasser vorhanden ist?
Besonderheiten
  • nur bei 0,5 % aller Schwangerschaften
  • vielfältige Ursachen
  • nur selten Symptome
  • nicht immer Behandlung nötig
Das Wichtigste zusammengefasst
  • Ein Mangel an Fruchtwasser ist nicht zwangsläufig gefährlich, sollte allerdings regelmäßig kontrolliert werden, sodass gegebenenfalls Maßnahmen zur Beseitigung eingeleitet werden können, um Schädigungen des Embryos zu vermeiden.
  • Die Untersuchung findet nicht obligatorisch statt, sondern in der Regel nur, wenn es Anzeichen gibt, dass zu wenig Fruchtwasser vorhanden sein könnte.
  • Die Ursachen für einen Fruchtwassermangel sind vielfältig. Manchmal trinkt die Mutter einfach zu wenig.

Aufgaben des Fruchtwassers

Das Fruchtwasser übernimmt eine ganze Reihe wichtiger Aufgaben bei der Entwicklung des Kindes:

  • schützt vor Austrocknung
  • reguliert die Temperatur und verhindert so Überhitzungen oder Unterkühlungen
  • Schutzfunktion vor Stößen
  • regt die Lungenentwicklung an
  • verhindert das Verwachsen der Eihäute mit dem Embryo

Embryos beginnen etwa ab der 14. Schwangerschaftswoche, das Fruchtwasser zu trinken. Dies regt den Magen-Darm-Trakt an, das Wasser wird durch die Nieren gefiltert. Entleert der Embryo seine Blase, sorgt das für einen ständigen Austausch des Fruchtwassers – am Ende der Schwangerschaft durchschnittlich alle drei Stunden vollständig.

Bildung von Fruchtwasser

Die Bildung von Fruchtwasser erfolgt etwa ab der dritten Schwangerschaftswoche. Es besteht zu 99 Prozent aus Wasser und wird sowohl von der Mutter als auch vom Kind bereitgestellt. Während es in der 10. Woche nur rund 30 Millilitr sind, ist die Fruchtblase in der 20. Woche bereits mit 350-500 Millilitern gefüllt. Ihre maximale Füllmenge enthält die Fruchtblase in der 36. Schwangerschaftswoche. Unter Umständen sind hier ganze 2.000 Milliliter enthalten, bevor die Menge bis zur Geburt wieder abnimmt.

Messung der Fruchtwassermenge

Der Arzt oder die Ärztin kann die Flüssigkeitsmenge in der Fruchtblase anhand eines Ultraschalls ermitteln. Dazu gibt es unterschiedliche Methoden wie den Fruchtwasser-Index, das tiefste Fruchtwasserdepot oder das Zwei-Durchmesser-Fruchtwasserdepot.

Natürlich ist auch der geschulte Blick eines Arztes oder einer Ärztin hilfreich, um zu ermitteln, ob zu wenig Fruchtwasser vorhanden ist.

Die Messung findet allerdings nicht automatisch bei allen Schwangeren statt, sondern nur bei Personen mit Bluthochdruck, wenn die Mutter bereits ein sehr kleines Kind zur Welt gebracht hat oder die Bewegungen des Kindes nachlassen.

Ursachen

Ursachen für zu wenig Fruchtwasser können vielfältig sein. Die häufigsten sind die Folgenden:

  • Vorzeitiger Blasensprung: Tritt, beispielsweise durch eine Infektion, vorzeitig Fruchtwasser aus, ist es ratsam, zeitnah Kontakt mit der Hebamme oder dem Arzt aufzunehmen und weitere Schritte zu beraten. Möglicherweise werden in einem solchen Fall die Wehen künstlich eingeleitet.
  • Scheidet der Embryo zu wenig Urin aus, kann es ebenfalls zu wenig Fruchtwasser geben. Möglicherweise leidet das Kind an einer Nierenerkrankung oder es liegt eine Anomalie der Harnröhre vor.
  • Die werdende Mutter nimmt schlichtweg zu wenig Flüssigkeit zu sich.
  • Vor allem gegen Ende der Schwangerschaft arbeitet die Plazenta oft nicht mehr richtig. Sie hat eine begrenzte Lebensdauer und verkalkt zum Ende der Schwangerschaft auch mal. Das beeinträchtigt die Durchblutung und damit auch die Fruchtwassermenge.
  • Ein zu hoher Blutdruck, Diabetes oder Präeklampsie können die Fruchtwassermenge ebenfalls beeinflussen.
  • Schließlich sind auch Schwangerschaften mit Zwillingen eine mögliche Ursache. Teilen sich zwei Embryos eine Plazenta, kann ein Kind mehr Blut als das andere durch den Mutterkuchen erhalten – und damit auch mehr Flüssigkeit.

Symptome

Die Symptome bei zu wenig Fruchtwasser sind eher selten. Möglicherweise bemerkst du, dass sich das Kind etwas weniger bewegt oder der Bauch nur noch langsam wächst. Allerdings kann das vielfältige Ursachen haben, sodass du vermutlich nicht merken wirst, wenn zu wenig Fruchtwasser vorhanden ist.

Hast du Sorgen, dass zu wenig Fruchtwasser vorhanden ist, sprich deinen Arzt oder deine Ärztin bei der nächsten Untersuchung einfach darauf an.

Auswirkungen auf das Baby

Zu wenig Fruchtwasser führt dazu, dass die Einwirkungen von außen stärker sind. Gleichzeitig ist die Bewegungsfreiheit des Babys eingeschränkt, sodass sich sogar die Knochen verformen können.

Liegt der Fruchtwassermangel bereits zu Beginn der Schwangerschaft vor, können sich im Extremfall sogar Verwachsungsstränge in der Gebärmutter bilden, die zu Fehlbildungen der Gliedmaßen führen.

Die zu geringe Menge an Fruchtwasser verhindert außerdem die ausreichende Stimulation der Lunge und birgt die Gefahr, dass die Nabelschnur eingeklemmt ist. Dadurch ist die ausreichende Versorgung mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen nicht sichergestellt.

Was tun bei zu wenig Fruchtwasser?

Um einen Mangel an Fruchtwasser zu beseitigen, kommt es zunächst auf das Erforschen der Ursachen an. Schließlich gilt es, schwerwiegende Krankheiten auszuschließen. In vielen Fällen reicht es schon aus, die Fruchtwassermenge regelmäßig zu kontrollieren – Schwankungen sind schließlich natürlich.

Andere Maßnahmen, die möglich sind, um das Fruchtwasser aufzufüllen, sind Injektionen mit einer langen Nadel. Diese wird in die Fruchtblase geführt und eine Lösung aus Zucker und Kochsalz wird hineingespritzt.

Da auch ein allgemeiner Flüssigkeitsmangel der Mutter eine Ursache sein kann, hilft es oft einfach auch, ausreichend zu trinken und sich gesund und ausgewogen zu ernähren.

Kaiserschnitt

Tritt ein Fruchtwassermangel gegen Ende der Schwangerschaft auf, kann es passieren, dass die behandelnde Ärztin die Wehen künstlich einleitet. In vielen Fällen kommen Kinder in solchen Fällen per Kaiserschnitt zur Welt.

Weiterführendes

Hier erhältst du weitere Tipps, was du bei einer zu geringen Fruchtwassermenge tun kannst:

Dieses Video gibt weitere Infos zum Thema Oligohydramnie:

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